Blue Hour kündigt Debütalbum „Selva“ an, eine Reise durch alte Welten und innere Landschaften
Nach mehr als einem Jahrzehnt, in dem er Dancefloors geprägt und ein globales künstlerisches Netzwerk aufgebaut hat, bündelt der in Berlin lebende Produzent Luke Standing nun sein kreatives Universum in einem geschlossenen Werk. Sein Debütalbum Selva erscheint sowohl als persönlicher Meilenstein als auch als Reflexion über die weitreichende musikalische Sprache, die er unter dem Namen Blue Hour entwickelt hat.
Bekannt für die Balance zwischen präziser Produktion und kuratorischem Gespür, hat Standing über Jahre hinweg einen Sound verfeinert, der Epochen und emotionale Register miteinander verbindet. Mit Selva verlässt er sich stärker auf Instinkt. „Ich habe nie bewusst vorgehabt, ein Album zu machen, es hat sich einfach selbst geschrieben“, erklärt er und beschreibt einen Prozess, der weniger von Konzepten als von Intuition geleitet war.
Geboren und aufgewachsen im Vereinigten Königreich, spiegelt Standings Werdegang die Entwicklung der modernen Clubkultur wider. Frühe Erfahrungen in Brighton und Bristol führten ihn schließlich nach Berlin, wo das Projekt Blue Hour 2013 entstand. Was zunächst als Plattform für eigene Releases begann, entwickelte sich schnell zu einem umfassenderen Ökosystem aus Label, kollaborativem Netzwerk und kreativem Ventil, das die Grenzen zwischen Künstler und Kurator zunehmend auflöste.
Über verschiedene Aliase und Projekte hinweg hat Standing stets den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart elektronischer Tanzmusik erforscht und sich einen Ruf erarbeitet, der gleichermaßen auf Tiefe wie auf Funktionalität basiert.
Selva entfaltet sich über acht Tracks als eine unterbewusste Erzählung, inspiriert von alter Weisheit und imaginierten Landschaften. Geschrieben zwischen intensiven Studiosessions und Aufenthalten in subtropischen Umgebungen, ruft das Album Themen wie Entdeckung, Natur und überliefertes Wissen auf.
Klanglich bewegt sich das Album in einem beinahe zeremoniellen Fluss. Frühere Passagen verweisen auf britische Dancefloor-Traditionen, bevor sie in texturierte Techno-Gefilde, melodische Sequenzen und atmosphärische Abschlüsse übergehen. Das Ergebnis ist ein introspektives Hörerlebnis, das die Club-Sensibilität bewahrt und zugleich Raum für Erzählung öffnet. Dabei zeigt sich eine verletzlichere Dimension von Blue Hours künstlerischem Ausdruck.
Standing beschreibt den Entstehungsprozess als obsessiv und reflektierend. Die konzeptuellen Fäden des Albums durften organisch auftauchen, anstatt in ein vorgegebenes Gerüst gepresst zu werden. Dieser Ansatz verleiht Selva eine spürbare Kontinuität, als wäre jeder Track ein Fragment eines größeren inneren Dialogs.
Über die reine Produktion hinaus reicht Standings Einfluss seit Langem in den Bereich der Kuratierung und des Community-Aufbaus. Sein in Berlin ansässiges Label ist zu einer Plattform für Gleichgesinnte geworden, und Selva markiert eine neue Phase vertiefter Auseinandersetzung innerhalb dieses kreativen Kosmos. „Jede Veröffentlichung ist meine eigene Metamorphose“, sagt er und versteht das Album als Momentaufnahme seines aktuellen künstlerischen Zustands, nicht als endgültige Aussage. Eine passende Haltung für einen Künstler, dessen Karriere von kontinuierlicher Entwicklung geprägt ist.
Mit Selva liefert Blue Hour eine Landkarte jener klanglichen und emotionalen Territorien, die er über Jahre hinweg erkundet hat, und setzt damit den Ton für die nächste Transformation.
Selva erscheint am 10. April 2026 über Blue Hour Music.
Vorbestellung und erste Single hier:
https://bluehour909.bandcamp.com/album/selva-lp
