Marco Weber über den kreativen Prozess hinter seinem Feel Feel Touch Touch-Remix
Geprägt von groove-orientierter Präzision entwickelt Produzent und DJ Marco Weber weiterhin einen klar erkennbaren Sound, der von Neugier und persönlichem Ausdruck getragen wird. Der in der Schweiz ansässige Künstler baut seine Präsenz mit einer Reihe neuer Releases und Auftritten innerhalb der Zürcher Clubszene kontinuierlich aus. Dabei verfolgt er das Ziel, ein größeres Publikum zu erreichen, ohne seine eigene Richtung innerhalb elektronischer Musik aus den Augen zu verlieren. Mit seinem Remix von Feel Feel Touch Touch offenbart er eine weitere Facette seines künstlerischen Ansatzes und interpretiert das Original durch seine eigene Klangsprache neu, während die Essenz seines charakteristischen Sounds erhalten bleibt.
In diesem Gespräch spricht Marco Weber über seinen kreativen Prozess, Produktionsentscheidungen und die Denkweise hinter seiner musikalischen Entwicklung.
Sehr gut, danke!
Kannst du uns erzählen, wie der Remix von Feel Feel Touch Touch ursprünglich entstanden ist?
Das Label Klaus:elle kam auf mich zu und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, einen Remix zu machen. Es fühlte sich sofort nach einem guten Match an, also bekam ich die Stems und begann, mit dem Material zu arbeiten. Von dort entwickelte sich der kreative Prozess ganz organisch.
Hattest du beim Einstieg in den Track bereits eine klare Richtung vor Augen oder entstand die finale Form eher intuitiv im Studio?
Wenn ich ein Original höre, habe ich meistens sofort eine klare Vorstellung davon, wie ich daraus meine eigene Version machen kann. Wenn das nicht der Fall ist, lehne ich Remix-Anfragen eher ab. Für mich sollte sich ein Remix deutlich vom Original unterscheiden und nur die Elemente enthalten, mit denen ich wirklich eine Verbindung habe. Alles Weitere entwickelt sich dann sehr intuitiv im Studio.
Wie hast du die Balance gefunden zwischen der Essenz des Originals und deinem eigenen Sound?
Ich gehe jedes einzelne Stem des Originals separat durch und suche gezielt die Elemente heraus, die wirklich zu meinem Sound passen, egal ob Basslines, Keys oder Vocals. Für die Drums arbeite ich meistens mit meinen eigenen Sounds. Danach beginne ich mit dem Arrangement, schneide Elemente neu, ergänze weitere Layer und arbeite so lange daran, bis alles stimmig und vollständig wirkt.
Welche Elemente der Original-Stems haben dich sofort angesprochen und wie haben sie deinen Ansatz beeinflusst?
Besonders aufgefallen ist mir sofort das Key-Element im mittleren Teil des Tracks, das hauptsächlich auf den Main Drop hinarbeitet. Ich hatte direkt das Gefühl, dass man dieses Element viel stärker über den gesamten Track hinweg nutzen könnte. Außerdem mochte ich die Vocals sehr.
Wenn du auf deine bisherigen Produktionen blickst: Welche Gemeinsamkeiten ziehen sich durch deine Musik und wie würdest du deine klangliche Identität aktuell beschreiben?
Ich denke, der rote Faden meiner Produktionen liegt in einem starken Fokus auf Groove und Energie, kombiniert mit eher minimalistischen, aber markanten Elementen. Ich arbeite gerne mit Kontrasten, also dichten, treibenden Passagen im Wechsel mit offeneren und räumlicheren Momenten. Meine Drums spielen eine zentrale Rolle bei dieser Identität. Aktuell würde ich meinen Sound als cluborientiert, druckvoll und gleichzeitig detailverliebt beschreiben.
Wie verändert sich deine Denkweise beim Arbeiten an einem Remix im Vergleich zu einem komplett neuen Originaltrack?
Bei einem Remix beginne ich nicht bei null, es gibt bereits ein Fundament, auf dem man aufbauen kann. Das gibt einerseits eine Richtung vor, kann aber manchmal auch einschränkend sein. Mein Fokus liegt darauf, die Elemente neu zu interpretieren, die mich wirklich ansprechen, und sie in meinen eigenen Kontext zu setzen. Bei einem Originaltrack hingegen habe ich völlige Freiheit. Alles entsteht von Grund auf neu und oft auch deutlich unvorhersehbarer.
Gibt es bestimmte Plugins oder Studio-Tools, die eine wichtige Rolle in deinem Sound spielen?
Ich habe eigentlich keine festen Lieblings-Plugins. Gerade bei Remixen arbeite ich meist komplett „in the box“, weil man mit bereits existierenden Elementen arbeitet und der Prozess oft etwas schneller ablaufen muss. Trotzdem nutze ich gerne Hardware aus meinem Studio, um Pads oder Atmosphären einzubauen und dem Sound mehr Tiefe zu verleihen.
Gibt es einen bestimmten Teil des Produktionsprozesses, den du besonders genießt und warum?
Für mich ist die spannendste Phase der Moment, in dem erste Ideen beginnen, zu einem funktionierenden Groove zusammenzuwachsen. Wenn die zentralen Elemente ineinandergreifen und der Track anfängt, lebendig zu wirken, ist das immer der aufregendste Punkt. Danach geht es viel um Feinarbeit, also Arrangement, Übergänge und kleine Details, und genau das hebt einen Track für mich letztlich auf das nächste Level.
Jetzt, wo der Release draußen ist: Worauf liegt dein Fokus als Nächstes?
Mein Fokus liegt definitiv auf kommenden Releases, also darauf, neue Musik zu produzieren und meinen Sound kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig arbeite ich daran, meine künstlerische Identität weiter zu schärfen und meine Marke langfristig nachhaltig aufzubauen.
Mit seiner Balance aus Instinkt und detailorientierter Umsetzung zeigt Marco Weber sowohl bei Remixen als auch bei seinen Originalproduktionen einen Ansatz, der von kreativer Freiheit und kontinuierlicher Weiterentwicklung geprägt ist. Während neue Musik bereits in Arbeit ist und der Fokus klar auf der Schärfung seiner künstlerischen Identität liegt, setzt Marco Weber seinen Weg konsequent fort, getragen von Leidenschaft, Ehrgeiz und innerem Antrieb.
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Marco Webers Remix von Feel Feel Touch Touch hier hören und kaufen:
