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Superbooth 2026 – Built by Community, Driven by Sound

Ein Treffpunkt für Künstler, Entwickler und Enthusiasten, die elektronische Musik gemeinsam gestalten.

  • 26 May 2026
Superbooth 2026 – Built by Community, Driven by Sound

Seit seinem Debüt im Jahr 2002 hat sich die Superbooth zu einem der wichtigsten Treffpunkte für Synthesizer-Kultur, elektronische Instrumente und experimentelle Musiktechnologie weltweit entwickelt. Ursprünglich begann alles mit nur einem einzelnen Stand auf der Musikmesse Frankfurt, der sich ganz der Welt der Synthesizer und modularen Systeme widmete. Aus diesem kleinen, aber einflussreichen Anfang heraus entstand über die Jahre eine stetig wachsende Community, bis das Format schließlich 2016 als eigenständige Messe in Berlin neu gestartet wurde.

Heute versammelt die Superbooth Hersteller, Künstler, Entwickler und Enthusiasten aus aller Welt, um die neuesten Innovationen in Sounddesign, modularer Synthese, Musikproduktion und Live-Performance zu präsentieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um das reine Vorstellen neuer Geräte, sondern vor allem um den direkten Austausch zwischen Menschen, die dieselbe Leidenschaft für elektronische Musik und kreative Technologien teilen. Gerade diese Mischung aus Messe, Festival und Community-Treffpunkt macht die besondere Atmosphäre der Superbooth aus.

Auf dem gesamten Gelände wird ausprobiert, diskutiert, gejammt und experimentiert. Besucher können neue Synthesizer und modulare Systeme direkt testen, mit Entwicklern ins Gespräch kommen oder spontane Live-Performances erleben, die überall zwischen den Ausstellungsflächen entstehen. Neben etablierten Herstellern präsentieren auch zahlreiche kleinere Boutique-Labels und unabhängige Entwickler ihre Ideen, wodurch die Messe jedes Jahr einen einzigartigen Einblick in die aktuelle Entwicklung elektronischer Musikinstrumente bietet.

Weit mehr als nur eine klassische Fachmesse ist die Superbooth heute ein lebendiger kultureller Knotenpunkt, an dem Technologie, Kreativität und Community aufeinandertreffen. Zwischen Vintage-Maschinen, futuristischen Prototypen und improvisierten Klangexperimenten entsteht ein Umfeld, das gleichermaßen inspirierend, offen und nahbar wirkt und genau deshalb für viele Besucher längst zu einem festen jährlichen Treffpunkt geworden ist.

Der Bullfrog, entwickelt von Richie Hawtin in Zusammenarbeit mit Erica Synths, ist ein semi-modularer, edukativer Synthesizer, der die Welt der Klangsynthese zugänglich, greifbar und intuitiv machen soll. Statt Nutzer mit komplizierten Menüs oder tief verschachtelten Funktionen zu überfordern, konzentriert sich das Konzept bewusst auf das direkte Arbeiten mit Klang. Der Bullfrog reduziert Komplexität, ohne dabei an kreativer Tiefe zu verlieren, und lädt dazu ein, die Grundlagen des Sounddesigns unmittelbar zu erforschen – durch Patchen, Signale formen und das direkte Erleben davon, wie elektronischer Klang von Grund auf entsteht. Gerade dieser praktische Ansatz macht das Instrument besonders interessant, da Lernen hier nicht theoretisch vermittelt wird, sondern über Experimentieren und eigenes Ausprobieren geschieht. Mehr als ein klassisches Instrument versteht sich der Bullfrog deshalb als Einstieg in die Welt der Synthese selbst.

Technisch setzt der Bullfrog auf ein semi-modulares Konzept, das klassische Synthese besonders direkt und verständlich erfahrbar macht. Unterschiedliche Module wie Oszillatoren, Filter, Sequencer, Hüllkurven und Modulationen lassen sich über Patchkabel flexibel miteinander verbinden, wodurch Signalfluss und Klangformung jederzeit sichtbar und nachvollziehbar bleiben. Nutzer können so Schritt für Schritt verstehen, wie einzelne Komponenten miteinander interagieren und wie aus einfachen Wellenformen komplexe Sounds entstehen. Gleichzeitig bleibt das Instrument bewusst offen gestaltet: Statt feste Wege vorzugeben, motiviert der Bullfrog dazu, eigene Kombinationen auszuprobieren und durch zufällige Experimente neue Klangwelten zu entdecken. Genau diese Mischung aus einfacher Zugänglichkeit, spielerischem Lernen und überraschend tiefen Möglichkeiten macht den Synthesizer sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Musiker spannend.

Im Gespräch mit uns auf der Superbooth beschrieb Richie das Projekt als Werkzeug zum Lernen durch Spiel und Experiment. Statt eine weitere rein performance-orientierte Maschine zu entwickeln, stand für ihn die Idee im Vordergrund, ein Instrument zu erschaffen, das Neugier weckt und Menschen einen niedrigschwelligen Zugang zur elektronischen Klangerzeugung bietet. Richie erklärte, dass viele moderne Geräte zwar enorme Möglichkeiten bieten, gleichzeitig aber oft einschüchternd wirken können – besonders für Menschen, die gerade erst anfangen, sich mit Synthese auseinanderzusetzen. Der Bullfrog soll genau diese Hürde abbauen und den kreativen Prozess wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig richtet sich das Konzept nicht ausschließlich an Anfänger: Auch erfahrene Musiker sollen durch den reduzierten, direkten Workflow wieder an die ursprüngliche Freude des Experimentierens erinnert werden – an den Moment, in dem aus einfachem Patchen plötzlich unerwartete und inspirierende Klänge entstehen.

Auf der Superbooth 2026 lieferten Rødhåd und Lady Starlight eine Performance, die größtenteils auf Improvisation basierte. Im Gespräch vor dem Set erklärte Rødhåd, dass es kein komplett neues Setup für die beiden war, sondern ein vertrautes Arbeitsumfeld, da sie in der Vergangenheit bereits mehrfach gemeinsam gespielt hatten. Entsprechend gab es nur minimale Vorbereitung – einige vorprogrammierte Pattern als Ausgangspunkt, der Rest entstand jedoch vollständig spontan im Moment.

Als zentrales Setup kamen dabei unter anderem die neue Roland TR-1000 als Core-Drum-Maschine, der Waldorf Iridium sowie der Novation Peak von Lady Starlight zum Einsatz, die das klangliche Fundament der Performance bildeten.

Gerade diese Offenheit machte den Reiz für Rødhåd aus: Auch für ihn selbst war der Verlauf des Sets nicht vollständig vorhersehbar, und er war sichtbar gespannt, wohin sich die musikalische Reise entwickeln würde.

Diese Spontaneität war während des gesamten Sets deutlich spürbar. Die Performance bewegte sich fließend zwischen Spannung, Noise, Rhythmus und hypnotischen Texturen, ohne jemals an Fokus zu verlieren. Was chaotisch hätte wirken können, entfaltete sich stattdessen als intensiv, roh und extrem fesselnd. Nach dem Hören wurde schnell klar: Das war kein klassisches Live-Set, sondern ein musikalischer Dialog, der sich in Echtzeit entfaltet hat.

Abseits von Konzerten, Produkt-Launches und Workshops hat die Superbooth einmal mehr gezeigt, warum sie sich eher wie eine Community als wie eine klassische Messe anfühlt. Über das gesamte Gelände hinweg herrschte eine offene, entspannte und neugierige Atmosphäre von erfahrenen Modular-Enthusiasten bis hin zu Neulingen, die Synthese gerade erst für sich entdecken.

Überall wurde dazu eingeladen, Geräte anzufassen, zu patchen, zu experimentieren und sich in alten wie neuen Maschinen zu verlieren. Zwischen spontanen Jam-Sessions, inspirierenden Gesprächen und unzähligen unerwarteten Entdeckungen entstand genau dieses Umfeld, in dem neue Klänge, neue Ideen und neue Verbindungen ganz organisch zusammenkommen.





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