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TYGAPAW kündigt ein zutiefst persönliches drittes Studioalbum an, das Black Queer- und Trans-Befreiung erforscht

  • Casey Seaward
  • 26 March 2026
TYGAPAW kündigt ein zutiefst persönliches drittes Studioalbum an, das Black Queer- und Trans-Befreiung erforscht

TYGAPAW hat ihr drittes Studioalbum angekündigt – ein kraftvolles und zutiefst persönliches Projekt, das die seit Langem bestehende Techno-Opera der Künstlerin weiterführt und gleichzeitig Black Queer- und Trans-Stimmen auf dem Dancefloor in den Mittelpunkt stellt.

Der Albumtitel ist ein Akronym, das sich aus dem Namen der Künstlerin ableitet. Das Projekt entfaltet sich als ein weiteres Kapitel innerhalb eines weitreichenden konzeptuellen Universums, das von der in Jamaika geborenen und in New York ansässigen Produzentin Dion McKenzie aufgebaut wurde. Über das gesamte Werk hinweg erschafft McKenzie Klangwelten, in denen Black Queer- und Trans-Communities gedeihen können – Räume, in denen kollektives Wissen, Solidarität und gemeinsamer Widerstand gegen Systeme der Dominanz wirken.

Wie bei einem Großteil von TYGAPAWs Arbeiten positioniert das Album Techno sowohl als Ritual als auch als Zuflucht. Statt traditioneller Songstrukturen erscheinen Stimmen als geschichtete Beschwörungen – geisterhaft, sinnlich und kraftvoll –, die den Hörer durch die wechselnden emotionalen Landschaften der Platte führen. Im gesamten Projekt bleiben Stimmen von Black Women zentral und treten als spirituelle Anker innerhalb der dichten rhythmischen Strukturen der Musik hervor.

Die Arbeit am Album begann im Jahr 2023, während des ersten Jahres von McKenzies geschlechtlicher Transition – eine Phase, die sowohl von persönlicher Transformation als auch von beruflichen Turbulenzen geprägt war. Die Künstlerin hat darüber gesprochen, Formen des Deplatformings erlebt zu haben, während sich ihr äußeres Erscheinungsbild veränderte – eine Realität, die sich in der gesteigerten klanglichen Intensität des Albums widerspiegelt.

Tracks wie M32 Riddim und Helicopter Hovers Over My Crown Heights Apartment greifen diese Spannung mit hochgetriebenen Rhythmen und durchdringenden, sirenenartigen Synths auf und erzeugen eine Atmosphäre von Dringlichkeit und Wachsamkeit.

Erleichterung findet sich im Verlauf des Albums in Form von Kollaborateur*innen und gewählter Familie. Ihre Stimmen ziehen sich in hallenden Schichten durch die Tracks und erinnern an Techniken, die in Jamaikas legendären Studio-Traditionen verwurzelt sind – eine Referenz an McKenzies Herkunft sowie an den nachhaltigen Einfluss der karibischen Sound-System-Kultur auf zeitgenössische elektronische Musik.

Trotz seines politischen und emotionalen Gewichts bleibt das Album klar auf den Dancefloor ausgerichtet. Freude, Widerstand und körperliche Freiheit gehen im Verlauf der Spielzeit Hand in Hand, während Basslines entworfen sind, um ebenso gefühlt wie gehört zu werden. Melodische Sequenzen verweisen auf Dancehall-Klänge aus McKenzies Jugend, neu interpretiert durch hypnotische Techno-Strukturen und schwere Industrial-Kicks.

Die Lead-Single Duppy Know Who Fi Frighten erscheint sowohl als klangliches Statement als auch als konzeptionelle Performance. Ausgehend vom jamaikanischen Sprichwort „Duppy know who fi frighten“ reflektiert der Track darüber, wie ausbeuterische Systeme verletzliche Communities identifizieren und ins Visier nehmen, während sie sich an Machtverhältnissen orientieren. Aus dieser Perspektive hinterfragt das Werk die extraktive Logik des Kapitalismus und fordert die Hörer*innen heraus, ihre eigene Nähe zu repressiven Strukturen zu reflektieren.

Das Album eröffnet mit Can I Live, auf dem die Poetin Precious Okoyomon Worte spricht, die dem Projekt einen rituellen Ton verleihen. McKenzie beschreibt den Track als eine Invokation für die folgenden Themen: Regeneration, die Wiederverbindung mit der Natur und Wiedergeburt.

Dieser Geist gemeinschaftlicher Unterstützung setzt sich mit Don’t Panic fort, auf dem bearbeitete Vocals von Ms Carrie Stacks über von Ballroom-Kultur inspirierten Rhythmen liegen – einer Szene, die McKenzie zufolge ihr Verständnis von Queerness und Community maßgeblich geprägt hat.

Der Einfluss der Black Queer Nightlife-Kultur New Yorks durchzieht das gesamte Album, besonders auf Exorcise the Language of Domination, wo die Autorin und Künstlerin Juliana Huxtable eine Spoken-Word-Performance liefert, die sich mit den sich entwickelnden rhythmischen Strukturen des Tracks verweben.

An anderer Stelle trägt die Londoner Produzentin SUUTOO mit B2B zur einzigen musikalischen Kollaboration des Albums bei – ein Track, der aus spontanen Studio-Sessions in New York entstand und Verbindung sowie kreative Freiheit über konzeptionelle Strenge stellte.

Die abschließende Sequenz des Albums bringt eine reflektierende Tonverschiebung mit sich. Effects of Resistance enthält Beiträge der südafrikanischen Wissenschaftlerin Khanyisile Mbongwa, deren gesprochenes Wort Verbindungen zwischen Afrika und der weiteren Black Diaspora herstellt und zu einer gemeinsamen Zukunftsvision aufruft.

Der letzte Track Black Trans Masculine Experience, eine Instrumentalversion eines erstmals auf TYGAPAWs 2025 erschienener IMMIGRANT-EP präsentierten Stücks, schließt das Album in einem Zustand stiller Akzeptanz ab – ein Moment der Ruhe nach der Intensität der Reise.

Dieses Gefühl der Auflösung spiegelt sich auch im Artwork des Projekts wider, das ein Portrait von McKenzie in vollständig selbstverwirklichtem Zustand zeigt und damit einen visuellen Bogen vollendet, der mit IMMIGRANT begann. Es markiert einen symbolischen Schritt hin zu persönlicher Befreiung und unterstreicht zugleich die übergeordneten Themen Transformation und kollektive Fürsorge.

Über das gesamte Werk hinweg balanciert TYGAPAW Konfrontation und Heilung und liefert ein Album, das sowohl politisch dringlich als auch körperlich immersiv ist. Von Jamaika über New York, Berlin bis Detroit positioniert das Projekt den Dancefloor letztlich als Ort der Solidarität – einen Raum, in dem Musik zu einem Werkzeug für Weltenbau, Widerstand und Verbindung wird.

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